Bereits als junge Frau faszinierten mich Reiseberichte und Dokumentationen. So träumte ich davon, einmal in meinem Leben die drei ältesten erhaltenen Oasenstädte Khiva, Buchara und Samarkand
entlang der historischen Seidenstraße zu bereisen.
Jetzt war der Zeitpunkt gekommen, und ein weiterer Impuls kam von einer Kollegin, die mir SKR Reisen als Kleingruppenreise empfahl, da sie genau diese Reise ein Jahr zuvor unternommen hatte und
begeistert davon schwärmte.
Und ja, ich habe keine Zeit zu verlieren! Ich liebe es, die Welt zu erkunden! Welch ein Privileg.
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Neben einem umfangreichen Reiseführer (Trescher Verlag) wusste ich nicht viel über diese kulturell und historisch so reiche zentralasiatische Region. Ein Grund mehr, erneut eine spannende
Perspektive auf unser Europa einzunehmen.
Usbekistan zählt zu den sicheren Reiseländern. Die Menschen sind unfassbar freundlich und offen.
90 % der Usbeken sind muslimisch. Allerdings fällt hier auf, dass die Frauen aktiv und sichtbar am gesellschaftlichen Leben teilnehmen und die Religion moderat in den Alltag eingebunden ist, wie
zum Beispiel durch den Ruf des Muezzins, der sehr dezent (damit die Bevölkerung die Nachtruhe erhält) zu den Gebeten erinnert.
Short Facts:
1941 nimmt Usbekistan über 1 Million Flüchtlinge aus Nazi-Deutschland im europäischen Teil der Sowjetunion auf.
1961 beginnt die Wassertiefe des Aralsees abzunehmen (durch zu große Wasserabfuhr für den Baumwollanbau – heute: Aralwüste).
1989 wird Karimow Chef der KP.
1991 erfolgt der Austritt aus der Sowjetunion und die Gründung von Usbekistan.
1992 wird das Land Mitglied der Vereinten Nationen.
2016 folgt nach dem Tod von Karimow Präsident Mirziyoyev und leitet umfassende Reformen in Wirtschaft und Gesellschaft ein.
2024 wechselt Usbekistan zum Verhältniswahlrecht. Heute hat das Land auf 448.978 km² rund 37 Millionen Einwohner.
Auf der Karte ist erkennbar, dass Usbekistan keinen Meereszugang hat und von vielen Gebirgszügen umgeben ist.
Wasser ist bis heute - und das mehr denn je - überlebenswichtig und ein zentrales, auch politisch aufgeladenes Thema.
Die ältesten Städte Usbekistans sind mehr als 2000 Jahre alt. Kunst, Literatur und Musik spielen bis heute eine bedeutende Rolle.
Das Kunsthandwerk wie Töpferhandwerk, Keramiken, Suren, Malerei, Miniaturmalerei, Holzschnitzerei, Teppichkunst, Seidenkunst, Kalligrafie. Jedes dieser Kunsthandwerke wird bis heute gelehrt und geniesst großes Ansehen.
Taschkent
Nach einer kurzen Nacht beginnt unsere 14-tägige Rundreise mit 10 weiteren Teilnehmern.
Ausgeruht starten wir nach einem guten Frühstück um 10:00 mit unserem auf Anhieb sympathischen
Guide Shukhratjon Khoshmuratov.
Es ist Anfang Oktober, mit durchschnittlich 25 Grad, Sonnenschein und tiefblauem Himmel die beste Reisezeit.
Einzig morgens und abends sollte man eine leichte Jacke dabeihaben. Dieses Wetter wird uns zwei Wochen begleiten.
Taschkent ist die Hauptstadt von Usbekistan mit ca.
vier Millionen Einwohnern und hat ein interessantes Erscheinungsbild
diese für Usbekistan besondere Mischung an postsowjetischer Architektur, Neubauten, die von aufstrebender Wirtschaft erzählen sowie durch eine
völlig durchmischte Bevölkerung.
Mit Russisch kommt man auf jeden Fall bestens durch,
da es sowohl von Usbeken wie auch von Russen gesprochen.
Usbekisch gehört zur Familie der Turksprachen und es
gibt einige Ähnlichkeit mit dem Türkischen.
So kann ich zumindest Zahlen verstehen und handeln!
Der Verkehr ist absolut verrückt, und Regeln kann ich keine erkennen.
Ich übe mich in Geduld und staune aus dem Fenster unseres komfortablen Kleinbusses.
Auf dem Weg passieren wir das Erdbebendenkmal von 1966.
Wir beginnen mit dem wichtigsten Platz und seiner Freitagsmoschee.
Die vier M - Moscheen, Minarette, Medresen, Mausoleen - werden uns von nun an durch die ganze
Rundreise begleiten. Es folgt die Kukeldash-Medrese.
Ein eindrücklicher Platz ist der Hazrati-Imam-Komplex aus dem 16. Jahrhundert mit seiner Moschee,
den Medresen Muji Mubarak, Medrese Barak Khan und einem Mausoleum.
Im Tschor-Su Basar sehen wir die Vielfalt von allem
was das Land an Gemüse, Nüssen, Trockenfrüchten,
Obst, Milchprodukten sowie Fleisch zu bieten hat.
Wir testen frisches Brot aus dem Lehmofen.
Mittagessen nehmen wir gleich am Markt ein.
Frisch zubereitet mit einer großen Auswahl, die für jeden
etwas bietet, tauchen wir nun zum ersten Mal in die
usbekische Küche ein.
Weiter geht es hinunter in die Metro. Um diverse architektonische Stilrichtungen zu bewundern, fahren wir einzelne Strecken ab.
Die Metro ist unschwer erkennbar der Moskauer Metro nachempfunden. Zur Rushhour wird es ziemlich voll und wir müssen aufpassen uns im dichten Gedränge nicht zu verlieren. Die Metro ist definitiv bei dem chaotischem Autoverkehr das bevorzugte Verkehrsmittel.
Wieder oben an der frischen Luft spazieren wir über den beeindruckenden Thimurpatz und enden am Hotel Usbekistan mit seiner postsowjetischen Architektur.
Wir hatten nur einen kurzen Einblick in die Hauptstadt. Sicherlich gibt es noch viel mehr zu entdecken.
Nach einem gemeinsamen Essen geht es früh ins Hotel, denn am nächsten Morgen steht ein Flug um 6 Uhr nach Nukus,
ganz im Westen Usbekistans an.
Nukus

Ankunft am frühen Morgen bei strahlendem Himmel im kleinen Flughafen von Nukus in der Republik Karakalpakstan.
Der völlig ausgetrocknete Aralsee liegt circa 80 km nördlich von hier. Wir ersparen uns den traurigen Anblick.
Mit dem Bus geht es nun zu unserem Hauptziel dieser Region, dem grandiosen Igor-Savitzky-Museum.
Es ist das staatliche Kunstmuseum der Republik Karakalpakstan mit mehr als 150 Werken vom Ende des
19. Jahrhunderts bis 1945. Die weltweit einzigartige Sammlung wurde von dem Sammler Igor Savitsky begonnen.
Ich komme aus dem Staunen gar nicht mehr heraus.
Was ein Kleinod! Treffend wird es auch die "Ermitage der Wüste" genannt. Archäologie, Ethnografie sowie eine
fantastische Sammlung von Avantgarde-Malerei aus Usbekistan und Russland. Für mich ein absolutes Muss!
Fahrt Nukus- Khiva
Wir starten gemütlich in unserem Bus, und die Landschaft - geprägt von Wüste und Tieflandsteppe - zieht an uns vorbei.
Wie in ganz Usbekistan ist man in Mahallas organisiert. Das sind die kleinsten sozialen Einheiten und bieten der Nachbarschaft
ein Verwaltungskommitee, eine Teestube sowie eine Moschee. Hier wird alles kontrolliert und gemeinschaftlich geregelt. Individualismus ist hier eher unangebracht.
Vor den Häusern hat jeder Hof ein Grundstück für Eigenanbau. Hof an Hof erstreckt sich das Dorf, so daß immer eine lange
Zeile entsteht. Außerhalb der Dörfer liegen die zugewiesenen Grundstücke in stets gleicher Größe.
Neben unzähligen landwirtschaftlichen Produkten wie Weizen, Früchte, Melonen, Baumwolle wird auch Reis angebaut.
Der Boden ist karg,die Bevölkerung hungert nicht, arbeitet aber hart und lebt in bescheidenem Wohlstand.
Natürlich gibt es auch in diesem Land, die wie überall grassierende Korruption und einige wenige reiche Geschäftsleute und Unternehmer.
Wir überqueren den größten Fluss Amudaryo dieser Region.
Nächster Stop ist eine der beeindruckendsten Wüsten-Festungsanlagen Ayaz-Qala.
Sie besteht aus drei Burganlagen und ist mit einem kurzen Spaziergang vom Parkplatz aus gut zu erlaufen.
Nach dem vielen Sitzen im Bus genießen wir den Spaziergang in dieser herrlich trockenen, angenehmen Luft.
Khiva
Wir kommen gegen den frühen Abend in Khiva in unserem hübschen familiengeführten Altstadthotel Ornament an.
Nach dem schnellen Check-in geht es los zu einem Orientierungsspaziergang mit anschließendem Abendessen.
Ich traue meinen Augen nicht, als wir nach ein paar Minuten auf dem großen Platz stehen.
Ein beleuchtetes Monument, schöner als das andere.
1000 und eine Nacht - ja, so hatte ich es mir vorgestellt. Aber es ist in der Realität noch viel schöner!
Das ist Khiva mit seiner abgeschlossenen Altstadt. Ca. 70.000 Einwohner hat diese UNESCO-Welterbestätte.
Die ältesten Funde datieren aus dem 4. Jahrhundert.
Das, was man heute besichtigt, ist größtenteils geprägt von Restaurierungen, Umbauten und Ausbauten aus dem
18. und 19. Jahrhundert.
1997 feierte Khiva sein 2500-jähriges Jubiläum. Eine genaue zeitliche Zuordnung ist allerdings schwierig, da archäologische Ausgrabungen ohne Beschädigungen heute so gut wie unmöglich sind.
Neben dem Tourismus lebt die einstige Hauptstadt heute von Reis- und Kürbisanbau sowie Textil- und Teppichmanufakturen.
Der neue Morgen empfängt uns mit kühler angenehmer Luft und strahlend blauem Himmel.
Wir beginnen unsere Tour an einem der vier Tore und an einer der zwei zentralen, sich kreuzenden Hauptstraßen.
Khivas historische Altstadt wird komplett von einer aus Lehm gebauten Stadtmauer umrundet.
Im Kern befinden sich zwei Paläste, unzählige Medresen (Koranschulen), und kleinere Moscheen,
die im 12.-19. Jahrhundert als Teil des Bildungssystems dienten.
Wir besichtigen Ko´hona Ark die historische Zitadelle an der Festungsmauer.
Ein immer wiederkehrendes Fotomotiv ist das türkisblaue Kalta Minor - auch bekannt als das kurze Minarett mit seinen 29 Metern.
Der Turm gehört zur daneben liegenden Amin-Khan-Medrese (1851-1855).
In der Medrese Islom Xo`ja befindet sich ein sehr sehenswertes Kunstmuseum mit ausgesprochen schönen Exponaten.
Gemeinsam mit vielen weiteren Touristen genießen wir das Licht der Dämmerung und den Sonnenuntergang vom Wachturm aus.
Der neue Tag erweckt uns wieder mit tiefblauem Himmel und herrlichen Temperaturen.
So in den Tag zu starten macht einfach gute Laune.
Wir besuchen weitere Medresen, bis wir zur ungewöhnlichen Freitagsmoschee Juma Masjidi stoßen (1789).
Sie ist derzeit in der Restaurierung. So kann man nur die Größe der Halle mit ihren 212 Holzsäulen erahnen.
Aus der Nähe gut erkennbar sind die unterschiedlichsten kunstvollen Verzierungen.
Für mich ein absolutes Highlight ist das Pahlavon Maxmud Mausoleum (1247-1325).
Mehrmals umgebaut über die Jahrhunderte erhielt sie ihr heutiges Antlitz. Insbesondere die grüne Kuppel
leuchtet sichtbar über die ganze Altstadt.
Im Inneren der Moschee befinden sich 4 Zimmer, die alle mit wunderschönen blau-grünen Kachelornamenten versehen sind. Wenn man dann noch Glück hat einem Imam beim Rezitieren seiner Gebete zuzuhören, erlebt man trotz der vielen Menschen einen
Moment der Besinnlichkeit und Spiritualität.
Der Tosh Hovli Palace (1830-1838) bestehend aus drei Höfen: Haremshof, Empfangshof, Gerichtshof,
die sich neben den Wohngebäuden befinden.
Der Khan musste fast acht Jahre auf die Fertigstellung warten.
Auch hier beeindrucken die wunderschönen Majolikafliesen mit Pflanzen- und Sternenmustern.
Die Frauen lachen, tanzen und haben überhaupt kein Problem, fotografiert zu werden.
Ein russisches Filmteam begegnet uns auch noch unterwegs.
Unser Guide macht uns außerdem auf die uralten, gut erhaltenen Radspuren auf der Straße aufmerksam.
Wir machen uns allein auf den Weg zum Nurullabay Palace (1884-1912) außerhalb der Stadtmauer.
In erster Linie, weil hier eine umfangreiche Ausstellung des Fotografen und Kameramanns
Khudaybergen Divanov (1871 in Khiva geboren) zu sehen ist.
Wunderbare Schwarz-Weiß-Impressionen vergangener Zeiten!
Mit diesen vergangenen und heutigen Impressionen verlassen wir nach einem gemeinsamen Abendessen dieses Wüstenkleinod.
Ich frage mich natürlich, was geschehen wird, wenn auch hier der Massentourismus einzieht. Aber das ist eine andere Story.
Fahrt Khiva Buchara

Wieder zieht die bereits bekannte Landschaft mit ihren Hofzeilen und landwirtschaftlichen Anbauflächen an uns vorüber.
Wir machen einen kurzen Halt an der Grenze zu Turkmenistan. Außer dem Schild ist sie kaum als Grenze erkennbar.
Buchara
Nach vielen Stunden Busfahrt (max. 80km/h) erreichen wir
unser Hotel Volida in Buchara. Ein im usbekischen Stil
erbautes 3-Sterne-Boutiquehotel unmittelbar an der Altstadt gelegen. Sehr ruhig und sauber, wunderbares Frühstück - was will man mehr?!
Unser bekanntes Ritual des Eincheckens, Zimmerbeziehens, Koffer Auspackens geht fix. Wir sind ja geübt.
Es zieht mich hinaus in die Altstadt Bucharas.
Die Luft ist deutlich kühler hier an diesem Abend, und nach einem kleinen ersten Erkundungsspaziergang lassen wir uns am Labi Hovuz zum Essen nieder.
Ich bekomme einen Chappan (usbekischer Mantel) geliehen.
So geht es mir schon viel besser, und auf jeden Fall wärmt er!
Man spürt eine fröhliche Energie. Alles ist abends beleuchtet, viele Menschen, die entlang kleiner Wasserkanäle
unter uralten Bäumen spazieren, und ich genieße einfach diese einzigartige Atmosphäre.
Buchara (UNESCO World Heritage) mit seinen ca. 240.000 Einwohnern liegt in einer großen Oase mitten
in der Sandwüste Kisilkum. Heute ist Buchara ein bedeutendes Industrie- und Wirtschaftszentrum und eine der wichtigsten
Städte in Zentralasien. Doch Handelsstadt ist es schon seit 2000 Jahren, unter anderem für die kostbaren Buchara-Teppiche.
Es galt als das wichtigste spirituelle und geistige Zentrum des Orients. Der Naqshbandi-Sufi-Orden hat hier ebenfalls
seit dem 14. Jahrhundert seinen Ursprung. Früher lebte hier eine große jüdische Gemeinde. Toleranz prägt diese offene
Stadt seit jeher.
Wir starten unsere Tour am Labi Hovuz, genauer: am Denkmal von Hodscha Nasreddin einem Till Eulenspiegel Usbekistans.
Entlang des Wasserbeckens (es gab ca. 80 davon) geht es nun zur Medrese Ulug'bek (1417/18) und der gegenüberliegenden Medrese Abdulasiz Khan (1651). Wie bereits gelernt, wiederholen sich die Fassaden in ihrer prachtvollen dekorativen Gestaltung.
Die eine schöner als die andere. Jede ist einzigartig.
Es folgt der Poi-Kalon-Komplex mit seinem 46 Meter hohen, alles überragenden Minarett.
Die dazugehörige Kalon-Moschee wurde 1514 zur Zeit der Timuriden fertiggestellt. Auch hier, wie beim Minarett,
finden sich prächtige Verzierungen.
Ebenfalls am Platz liegt die Mir-i-Arab-Medrese. Die Koranschule genießt seit 2018 den Status einer Hochschule
und ist weit über Buchara hinaus bekannt für sein Renommee.
Ein weiteres Highlight ist die Kukaldosh Medrese sowie die Pilgerherberge Nodir Devonbegi Khonak aus dem 16. Jahrhundert.
Wir machen uns auf den Weg zu dem berühmten Kuppelbazar auch Tim genannt (16. Jahrhundert).
Wir besuchen den Basar der Juweliere, Geldwechsler und Mützenmacher.
Davor entdecken wir einen Honigverkäufer. Usbekistan hat sehr viele verschiedene Honigarten,
von denen ich teilweise noch nie gehört habe.
Nach einem authentischen Lunch in einer Teestube besuchen wir den Ark - der Zitadelle mit ihrer Festungsmauer (780m lang)
aus Lehm.
Auf der Festung oben angekommen sieht man sehr viel wiederaufgebaute Gebäude, denn sie wurde vor circa 100 Jahren
zu dreiviertel zerstört. Nicht alles wurde wieder aufgebaut. Es gibt eine Moschee, ein Museum und wieder wie überall an den Sehenswürdigkeiten gibt es SouvenirhändlerInnen. Der Vorplatz genannt Registan war immer schon Markt, Rummelplatz und
ein Ort für Bekanntmachungen.
Wir spazieren durch eine Grünanlage zur Moschee/Medrese Bolo Hauz. Auch diese besticht von außen durch feinste Schnitzereien und eine wunderschöne Kassetten-Holzdecke. Leider ist gerade Gebet und wir können sie nur von außen bestaunen.
Da ich unbedingt noch eine antike Kappe suche, laufen wir den Weg durch die Stadt zurück. In einem kleinen Geschäft nahe des Kuppelbazars werde ich fündig. Ich erstehe eine gut erhaltene Kappe mit Goldfäden bestickt aus Buchara. Vater und Sohn hatten Spaß mit mir zu handeln und waren gnädig mit dem Preis. Jetzt hängt sie bei mir zu Hause in der Kollektion meiner weiteren weltweiten Errungenschaften.
Heute geht es zum Samaidenmausoleum. Ein Schmuckstück und unübertroffen in seiner feinsten Ornamentik.
Das Chor Minor mit seinen markanten 4 türkisblauen Kuppeln ist ein weiteres Wahrzeichen von Buchara.
Der Sommerpalast des letzten Emirs befindet sich etwas außerhalb am Stadtrand. Ursprünglich entstand dieser Mitte des 19. Jahrhunderts. Man erkennt unschwer die Mischung aus russischen und orientalischen Elementen. Ein kleines Museum beherbergt auch hier wunderschöne Exponate.
Wir flanieren ein letztes Mal durch die Altstadt, besichtigen die Überreste des einst sehr lebendigen jüdischen Viertels mit der berühmten jüdischen Buchara-Gemeinde. Die meisten sind allerdings heute nach Israel ausgewandert.
Den Abend verbringen wir gemeinschaftlich bei einem Essen in einem familiengeführten Restaurant.
Und wie immer beenden wir unser Essen mit einem Wodka. Mit guter "Umdrehung", wie ich von Jörg aus der Gruppe gelernt habe.
Zumindest hat es wie immer geholfen, sich gegen kleine Magen-Darm-Viren zu desinfizieren!
Fahrt Buchara Samarkand
Wir haben wieder eine lange Strecke vor uns. Die Landschaften und Dörfer bzw. kleinen Ortschaften, ähneln sich.
Es wird allerdings auch zunehmend dichter besiedelt und geschäftiger je näher wir Samarkand kommen.
Einziges Highlight neben sehr bescheidenen sanitären Anlagen ist ein Kiosk mit Lavazza-Kaffee aus einer Siebträgermaschine.
Ich konnte es wirklich kaum glauben. Neben Geschäftstüchtigkeit muss es da wohl Jemanden geben, der italienischen Espresso
liebt so wie ich. Köstlich!
Samarkand
Am späten Nachmittag erreichen wir Samarkand. Zunächst besichtigen wir im Schnelldurchlauf das Mirzo Ulug`Bek Museum
mit dem dazugehörigen Observatorium (1394-1449). Ulug`bek, Fürst und Astronom ließ die Sternwarte bauen.
Dank Forschung und Beobachtungen gelang es ihm, zahlreiche Sterne in einem Atlas zu publizieren.
Durch Beobachtungen der Sonne mit dem Sextanten bestimmten Ulug`bek und seine Astronomen die Schiefe der Ekliptik zu 23° 30' und 17″. Das entspricht dem damaligen Wert auf wenige Gradsekunden. Auch sie waren damals schon in ihren Berechnungen
ihrer Zeit voraus und sehr präzise.
Wenig Zeit bleibt und so erreichen wir kurz vor Dämmerung, die auf einem Hochplateau liegende Gedenkstätte Afrosiyob,
und das So`ja Doniyor Maqbarasi. Hier befand sich einst der Vorläufer Samarkands. Wir sind die letzten Besucher und halten
uns nur kurz hier auf.
Durch dichten Verkehr gelangen wir durch die Stadt entlang des von Bäumen umsäumten Boulevard zu unserem City Hotel.
Ein riesiger, etwas unpersönlicher Kasten mit sehr vielen großen Gruppen. Unser Zimmer ist geräumig und okay.
Das Frühstück ist abwechslungsreich. Wir haben gut geschlafen - was will man mehr.
Samarkand - schon der Name! Empfängt uns mit Sonne, blauem Himmel und viel Grün. Vor über 2700 Jahren gegründet,
erstreckt sich das heutige moderne Samarkand (drittgrößte Stadt des Landes) mit seinen ca. 600.000 Einwohnern über eine weitläufige Alt- und Neustadt. Alle fünf berühmtesten Sehenswürdigkeiten liegen in der ganzen Stadt verstreut.
Traditionell leben hier vor allem Usbeken und Tadschiken.
So ziemlich alle bekannten Fürsten und Herrscher kamen hier vorbei. Mongolen im 13. Jahrhundert. Nach Zerstörung und Krieg
baute Tamerlan es im 14. Jahrhundert wieder zu seiner Hauptstadt auf. Doch auch danach kam die Stadt nicht zur Ruhe.
Erst durch Handel mit Russland Anfang 19. Jahrhunderts wurde der Stadt wieder Leben eingehaucht.
Nach russischer Besatzung hat sich Samarkand heute zu einem Wirtschafts- und Kulturzentrum entwickelt. Textilindustrie,
Seide, Maschinenbau, landwirtschaftliche Erzeugnisse wie Obst, Tabak, Wein und Gemüse tragen heute maßgeblich bei.
Da die Seidenstraße wieder in aller Munde ist, trägt nun auch der Tourismus zunehmend bei.
Der Registan - Sandplatz. Was hat man nicht alles schon von diesem besonderen Platz gehört?
Und ja, es ist unfassbar einzigartig.
Ich schaue auf diesen riesigen Platz mit seinen drei Seiten und glaube nicht jemals einen so großartigen beeindruckenden Platz gesehen zu haben. Gebaut von Ulug`bek Anfang 14. Jahrhunderts bestaune ich die Architektur, die Farben der Kuppeln, Fayencen, Ornamentik - ich kann mich gar nicht satt sehen. Diverse Koranschulen, Medresen, Minarette - es ist einfach nur großartig.
Herausstechend ist die Tillakori-Medrese (Goldschmuck), die auch gleichzeitig als Freitagsmoschee dient.
Betörende Schönheit!
Nach einem Spaziergang über den nahen Basar, genießen wir ein Lunch mit Spießen aller Art und frischen Somsa.
So geht es gut gestärkt zum nächsten Highlight.
Am Abend eine wundebare Lightshow auf dem Registan
Für mich ist es eines der eindrücklichsten Bauwerke der Timuriden.
Der Shohizinda-Grabkomplex datiert aus dem 11. Jahrhundert.
Anhand der vielen Besucher erkennt man, wie heilig diese Nekropole ist.
Ich erklimme die Stufen ins Paradies und stehe plötzlich vor einer engen Gasse bebaut mit unzähligen Moscheen
und Mausoleen einzigartiger Vielfalt an Majolika und Fayencen.
Es ist einzigartige Handwerkskunst in höchster Vollendung.
Den Abend genießen wir eine authentische Gastfreundschaft einer usbekischen Familie. Das Nationalgericht Plov schmeckt hervorragend.
Es ist ein schöner Ausklang, bevor es morgen über einen Pass in die Umgebung geht.
shaRisabz
Am frühen Morgen geht es auf vier PKW verteilt los über den Tahta-Karacha-Pass (1788m) nach Sharisabz.
Die Restaurierungen/Rekonstruktionen dieser ehemals ca. 2700 Jahre alten Siedlung dient, wie man sehen kann,
zugunsten des Tourismus und folgt weniger dem Denkmalschutz.
Tamerlans Oq Saroy Palast ist nur rudimentär erhalten. Die noch bestehenden Reste lassen die einstige Größe
des Palastes erahnen. Hier steht auch das größte Timur-Denkmal von 1993.
Wir besichtigen die Malik Adjar Moschee, die Gumbazi Saidon Moschee mit ihrer blauen Kuppel, den Dor ut-Tilovat Komplex.
Der Besuch bei einer Familie mit einem Mittagessen auf dem Weg zurück nach Samarkand ist herzlich und
bietet wieder einen guten Einblick in den Alltag. Alle verwendeten Produkte sind frisch aus dem Garten und schmackhaft.
Wir sind uns in der Gruppe uneinig, ob dieser Ausflug die lange Fahrt wert ist.
Für mich in erster Linie trotz allem ja, denn so bekomme ich auch ein Gefühl für die Landschaft und Umgebung
von Samarkand jenseits des Passes.
Fergana und Kokand
Unsere letzte Etappe steht an. Es geht mit der Usbekistan Railway nach Kokand.
Viereinhalb Stunden Fahrt mit netten Gesprächen. Ein junger Mann, der Deutsch studiert, wollte alles über Deutschland wissen und ich hoffe, ich konnte ihm gute Anregungen geben.
Herzlich und offen war auch die junge Frau mit ihren zwei hübschen Kindern an meinem Tisch im Zug. Nachdem Sie mir wiederholt Essen anbot, welches ich leider ablehnen musste, kamen wir ins Gespräch. Sie holte zu meinem Erstaunen ihren Google Translator hervor und los ging es. Fantastisch! So verkürzte sich die doch lange Zugfahrt mit ihr erheblich. Mit vielen Tipps und Informationen verabschieden wir uns herzlich.
Das Ferganatal ist mit knapp 1 Million Menschen für Usbekistan sehr dicht besiedelt.
Das hängt zum einen an seinen fruchtbaren Böden, aber auch an den riesigen Anbauflächen von Baumwolle.
Weiter bekannt sind die vielen Seidenproduktionsstätten sowie die berühmten Keramikproduzenten.
Wir besuchen auf der Fahrt nach Kokand zwei namhafte Produzenten, die uns Einblick in ihre Handwerkskunst geben.
Der Tag ist lang, wir sind erschöpft vom vielen Fahren und Sitzen.
Das Hotel Asmald Palace in Kokand ist schön, wenn auch die sehr religiösen Regeln in der Stadt etwas anstrengen.
Ein deutlicher Kontrast zum sonst eher moderaten, offenen und toleranten Usbekistan.
Am nächsten Morgen folgt noch eine letzte Besichtigung des Kahnpalastes mit seinem kleinen Museum.
Mir gefällt das Wohnhaus des wichtigen Künstlers Hamza, das auch deshalb interessant ist, weil man die authentische
Architektur dieses Hauses studieren kann: schattiger Vorgarten, Bett im Hof, die verschiedenen Räume wie Küche,
Schlafzimmer, Wohn- und Esszimmer.
Im Anschluß besuchen wir einen nahegelegenen Friedhof. Ungewöhnlich sind die Frauen mit ihren heilenden, spirituellen Behandlungen. Die Menschen vertrauen ihnen offensichtlich, und so haben sie rege zu tun.
Verteilt auf bequemen Minibussen geht es in langen Kurven, auf gut ausgebauter Straße, über den 2300 m hohen Kamchik-Pass.
Hier stoßen wir gemeinsam auf eine wundervolle Reise mit unserem Guide an.
Erfrischt geht es Richtung Taschkent. Wir genießen unser letztes gemeinsames Essen bevor es zurück nach Deutschland geht.
Fazit Abschied
Super organisiert von SKR mit dem großartigen Guide Shukhratjon Khoshmuratov.
Er hat uns sein Land mit dieser großen kulturellen Tradition bestmöglich vorgestellt.
Auch wenn wir nur die Highlights und kleine Einblicke in das Land erhalten konnten,
war es für mich eine große Bereicherung.
Kelibsiz! heißt willkommen und so habe ich mich in Usbekistan an jedem Ort gefühlt.
Die Menschen haben ein großes Herz, sind offen und tolerant.
Also eine absolute Reiseempfehlung von mir!




















































































































































































































































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Gabriele Loyda (Donnerstag, 11 Dezember 2025 08:34)
Großartiger Reisebericht, wunderschöne Fotos. Bringt einem die Kultur des Landes näher. Man weiß zu wenig, deshalb ist dieser informative und detailler Bericht ein Gewinn. Danke!