2026 Cartagena Kolumbien


Endlich fliehen wir Mitte Februar aus dem frostigen deutschen Winter in das karibische, tropische Cartagena de Indias im Norden Kolumbiens.


Sämtliche Aufregung vor dem Flug fällt von mir ab und ich bin einfach nur glücklich in dieser bunten, lauten, voll Musik vibrierenden Stadt angekommen zu sein.

 




2007 zeigte mein Vater uns in einer abwechslungsreichen Rundreise sein Kolumbien,

in dem er in den 50er-Jahren gelebt hat und es immer in seinem Herzen behielt.

 

Diese Liebe zu dem vielfältigen, so schönen und ambivalenten Land, seinen Menschen,

der Musik und seinen unterschiedlichen Kulturen hat er wohl seit meiner Kindheit auf mich übertragen.

 

In Cartagena am Plaza San Diego gab ich meinem Vater das Versprechen genau hier mein Spanisch zu vervollständigen.

 

So widme ich diese Reise meinem Vater und Kolumbien, dem Land in dem ich geboren wurde.

 


Viele Jahre sind nun vergangen und so beschließe ich mit Emmo für 7 Wochen diese Ecke Kolumbiens zu bereisen.
Mit einem 4-wöchigen Sprachkurs in Cartagena beginne ich. Anschließend geht es für 3 Wochen nach

Santa Marta als Standort für den Tayrona Nationalpark, Palomino sowie dem Bergdorf Minca

  


Unser sicher gelegenes, ruhiges und grünes Airbnb im Edificio 974 liegt perfekt zwischen meiner Sprachschule in San Diego im Centro Historico. Es bleiben zwei Tage um mich mit Emmo einzuleben, bevor Sonntag abend unsere Freundin Brigitte für zwei Wochen zu uns stößt und Montag mein Kurs beginnt.

 


Früh um 9 beginnt mein Unterricht in der Sprachschule "Santa Catalina". Täglich fünf Stunden vormittags und nachmittags je eine Einzelstunde werden mich nun vier Wochen fordern und fördern. Wir sind eine spannende, kleine Gruppe, jung und alt aus aller Welt. Javier und Jenifer sind unsere tollen LehrerInnen. Ich kann es gar nicht besser getroffen haben.

 

 

 

Am Platz San Diego gibt es eine Universität und mittags treffen sich die StudentInnen am Arepa-Stand.


Die gefüllten Maisfladen sind auch für mich ein Muß für den kleinen Hunger zwischendurch. 

 


Cartagena de Indias


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Cartagena ist mit knapp 1 Million Einwohnern die wohl schönste und meistbesuchteste Stadt im Norden

des Landes an der Karibikküste gelegen.

 

Viele Häuser des Centro Histórico sind

im kolonialen Stil liebevoll restauriert und dienen meist als touristische Unterkünfte, Restaurants und Cafes.


 

Die von Befestigungsanlagen umringte Altstadt ist kompakt und mit ihren Sehenswürdigkeiten - wie der Kathedrale,

dem Convent Pedro Claver sowie einigen Museen - gut erkundbar. 

 

Eine gut erhaltene Stierkampfarena ist heute zu einer schicken Mall umgebaut worden. 

 

 

 

Tagsüber ist es konstant um die 30 Grad mit strahlend blauen Himmel. Am Abend erfreut uns einer leichte Brise.

 

Unzählige Straßenverkäufer buhlen um Kunden und versuchen ihr karges Überleben zu sichern. Doch niemand ist wirklich aufdringlich. Die wirtschaftliche Situation der meisten Kolumbianer ist mehr als bescheiden. Ja! Wenige haben viel, Viele haben wenig. So ist der Tourismus doch auch für die Einheimischen die einzige Möglichkeit etwas Geld zu verdienen. 

 

Musik schallt aus unzähligen Lautsprechern 24/7. Die Kolumbianer können nicht ohne Musik leben. Es ist ein Teil ihrer DNA.

Mißmutige, agressive Menschen erlebt man so gut wie nie. Die Kolumbianer sind extrem höfliche und respektvolle Menschen.  

 

 

UNESCO-Welterbe. Stadt von Gabriel Garcia Marquez, Simon Bolivar, Shakira.

Overtourism. Hervorragende Restaurantszene, tolle Bars, trendige Cafe´s. 

Kolumbiens Perle der Karibik.

 


GetsemanÍ


Das außerhalb der Altstadt gelegene Viertel Getsemaní ist ein bisschen wie Berlin Friedrichshain und vor allem abends

bei Touristen sehr beliebt. Ich finde es schon sehr durchformatiert und bis auf ein paar wenige gute Lokale eher uncool.

 


Bocagrande


Es gibt unzählige stadtnahe Strände außerhalb des Centro Historico - mit dem Bus oder günstigen Taxi in 10 Minuten erreichbar - findet man zum Beispiel Bocagrande. Für mich ist das eher ein seelenloses Hochhaus- und Hotelghetto. Auch wenn die Sicht aus den Apartments der Skyscraper sicherlich beeindruckend ist, hat es für mich nichts mit Kolumbien zu tun. Es heißt nicht umsonst auch Little Miami.

 

Nah und für einen Kurztrip geeigneter ist der Strand von Tierra Bomba.

 


Isla Barú


 

Blaues Meer und karibische Strände zum Ausruhen gibt es unzählige Möglichkeiten. Je nach Budget.

Einige Resorts/Hotels bieten einen Daypass an und so kann man ganz unkompliziert einen Tag einfach die Seele baumeln lassen. Ruhig ist es allerdings nirgendwo. Musik und Bespaßung muss sein. 

So einen Daypass haben wir auf der Isla Barù im Süden von Cartagena gebucht. Das Hotel Aura ist wunderbar gelegen und stylish wie so vieles in Kolumbien. Auch das Essen ist frisch und vorzüglich. Wir geniessen den Tag und bin gut erholt um in eine nächste Woche Sprachkurs zu starten. 

 


ECO Tour Boquilla


 

Um ein bisschen Abwechslung zu haben buchen wir eine Eco-Kanutour in Boquilla. Dies ist ein ärmerer Fischerort ca. 30 Minuten nördlich vom Zentrum. Wir werden von einheimischen Fischern durch die Mangroven geführt. Ihr Wissen über das Ökosystem der Mangrovensümpfe mit ihren verschiedenen Vogelarten und Leben in dieser kleinen Gemeinschaft lässt uns authentisch an ihrem Leben und ihrer Kultur teilhaben. Am Schluß gibt es das typisch lokale Essen: fritierter Fisch mit Kokosreis und Banane. Lecker!

 


nachtleben


Das Nachtleben in Cartagena ist vielfältig und bietet alles, was sich Touristen aus aller Welt erträumen.

Die Restaurantszene ist vielfältig. Neben den angesagten Restaurants wie Candé findet man auch immer wieder

kleinere Lokale mit schmackhafter Küche wie beispielsweise La Vieja Guardia Fish & Wine.

 


 

Auch die Barszene ist gut aufgestellt: vom angesagten Alquimico

bis zu der von uns favorisierter Bar El Baron.

 

 

Abends gibt es auf dem Platz vor der Kathedrale verschiedene Tanzgruppen. Sie treten der Reihe nach auf und haben sich auf

unterschiedliche Stile von Salsa, Rumba bis Rap spezalisiert. Danach sind alle erschöpft und gegen 22.00 leeren sich die

Straßen der Altstadt. 

 




Historie/ Museen


 

 

 

Im Zuge der Kolonialisierung Südamerikas wurde die Stadt 1533 von Pedro de Heredia gegründet.

 

Sie war die erste Hauptstadt der spanischen Kolonie. Zum schnellen Wachstum verhalf

die geostrategische Lage am atlantischen Ozean.

 

Cartagenas Hafen wurde der wichtigste Umschlagplatz für Sklaven vornehmlich

aus Westafrika und Waren aus aller Welt.

 

Dieses dunkle Kapitel der Geschichte wird

im Museo Histórico am Plaza Bolivar anschaulich erklärt. 

 

 

 

 

 

Der Jesuit Pedro Claver bemühte sich als Arzt um die Verbesserung der menschenunwürdigen Bedingungen unter denen die Sklaven leiden mussten. Dafür wurde er von der Katholischen Kirche heiliggesprochen.


 

Das Kloster und die Kirche aus dem 17. Jahrhundert sollte man auf jeden Fall besuchen, denn die Geschichte wird auch hier anschaulich erklärt.

 

 

Ein abendlicher Paseo auf der Altstadt Mauer zum Sonnenuntergang isst ein Muss.

Die Atmosphäre ist karibisch und die Getränke dazu passend.

 


San basilio de palenque


Ein weiterer interessanter Ausflug in der Umgebung von Cartagena ist die 1,5-stündige Fahrt in das kleine

Dorf San Basilio de Palenque.

 

Es ist vor allem bekannt als das erste freie afrikanische Dorf im Amerika des 17. Jahrhundert.

Seit 2005 ebenfalls UNESCO-Weltkulturerbe. Die geflüchteten Sklaven organisierten sich und trotzten der Spanischen Krone.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Ein Denkmal nahe der Kirche erinnert an den Führer der geflüchteten Sklaven Benko Biohó.

 

Das Dorf bewahrt bis heute seine spanisch-kreolische Sprache Palenquero.

 

Wir lernen etwas über die tief verwurzelten, afrikanischen Traditionen im Tanz dem Son de Palenque und der Musik. 

Es ist auch hier eine ziemlich touristische Tour aber so unterstützen wir die Dorfgemeinschaft.

 


Santa Marta


 

 

 

 

 

 

Nach 4 Wochen Cartagena geht es

mit dem Bus in fünf Stunden nach Santa Marta. 


Unser Apartment befindet sich im 18. Stock mit atemberaubendem Sonnenuntergang. 

 

 

Santa Marta mit ca. 550.000 Einwohnern bietet sich als idealer Ausgangsort für den Tayrona-Nationalpark, umliegenden Stränden

und Buchten sowie dem Bergstädtchen Minca. Rund um die Stadt wird intensiv Landwirtschaft betrieben: Palmen, Bananen, Mangos uwm. 

 

Santa Marta ist heute eine wichtige Hafenstadt sowie ein ausgedehntes Touristikzentrum vorallem für die Kolumbianer,

die hier die Sommerfrische genießen. Die Gastroszene ist ebenfalls vielfältig und von Budget bis Fine-Dine ist alles dabei. 

Der Stadtkern ist kompakt und schnell erkundet.  

 


 

 

 

Etwas außerhalb befindet sich die sehenswerte Quinta de San Pedro de Alejandrino auf der 1830 der Freiheitskämpfer Simon Bolivar verstarb. Ein weitläufiges Gelände informiert und lädt zum Erkunden bei.

 

 

 



taranga


 

 

 

 

 

 

 

 

Taranga erreicht man entweder mit dem Bus oder Taxi in 30 Minuten von Santa Marta.

 

Taranga war früher ein idyllisches Fischerdorf. Heute dient es in erster Linie als Abfahrtsort zu den umliegenden

Buchten. Wir verbringen einen chilligen Tag in einer Sandstrandbucht mit erfrischendem Meer, vielen Kolumbianern

und lauter Musik. Absolut authentisch.

 


Tayrona


 

So ein traumhaftes Airbnb wie das Casa UWI kann man sich nicht entgehen lassen - wir buchen dieses ruhige, stylishe Kleinod für 3 Nächte. Perfekt gelegen ist man in 15 Minuten am Haupteingang des Tayrona-National-Park.

 

Unsere Gastgeber - ein junges bezauberndes Paar aus Medellin - haben sich hier einen Traum erfüllt. Pure Natur, pure Schönheit egal wo man hinschaut. Morgens wachen wir mit den Lauten der Brüllaffen und Kapuzineräffchen auf. Eine wunderschöne Erfahrung! 

 


Tayrona Nationalpark


 

Tiago unser Gastgeber hat alles für uns top organisiert:

1 Tag Tayrona-Nationalpark mit einer Wanderung bis Cabo San Juan de Guia und zurück in ca. 5 Stunden.

 

Pausen legen wir an den einzigartigen Stränden ein um zu Baden. Trinken und Essen gibt es unterwegs ausreichend.

 

Einfach großartig und nicht nur für jeden Kolumbianer ein Muß.

Der Reiz des Nationalparks liegt einerseits in der Verbindung von Karibischen Meer mit seinen einzigartigen Stränden und andererseits den bis an den Strand reichenden tropischen Dschungel der Sierra Nevada.

Die höchsten Berge Kolumbiens (5775m) sind in manchen Zeiten schneebedeckt.

 

Die Sierra Nevada ist die Heimat unterschiedlicher indigener Gemeinschaften wie den Kogui, Arhuaco, Wiwa und Kankuamo.

Für sie ist die Sierra ein heiliger Ort. Viele Gebiete werden von ihnen selbstverwaltet.

 


Palomino


 

Den nächsten Tag nehmen uns unsere Gastgeber mit nach Palomino - einst ein einfaches Aussteigerdorf.

Heute gibt es dort alles von Yoga bis Hipsterrestaurants, tolle Cafes und einfachen Hostels. Alles sehr relaxed.

 

Da es ein paar Wochen vor unserer Reise hier starke Stürme mit Sturzfluten gab, wurden Straßen und Brücken stark beschädigt.

Auch der ehemals nette Strand ist kaum mehr vorhanden.

 

Wir verbringen ein paar Stunden dort und nehmen dann den öffentlichen Bus zu unserer nächsten Destination. 

 



Rio San diego / Museum


Mit dem Boot geht es auf dem Rio San Diego zum Taironaka Museum. Wir möchten etwas mehr über die Indigene Kultur

der Arhuaca erfahren. 

 

Wir genießen die Bootsfahrt in ruhiger Atmosphäre. Unser Guide gibt uns viel Informationen über Flora und Fauna an diesem Fluss. Die Abendstimmung trägt zu einem rund um gelungenen Tagesausflug bei.

 



Minca


 

Minca liegt in den Bergen der Sierra Nevada. Diese ist das höchste Küstengebirge der Welt. Die Straße die von Santa Marta

nach Minca führt ist relativ neu und so merkt man auch dadurch einen zunehmenden Tourismus. Für einen Tagesausflug optimal.

 

Wir machen eine kleine Wanderung zum Wasserfall Pozo Azul. Im Anschluß besuchen wir eine Kaffee- und Kakao-Finca, die

von einer indigenen Familie betrieben wird. Neben dem Herstellungsprozeß von Kaffee und Kakao bekommen wir auch die sehr aufwendige Handarbeit der Mochillas gezeigt. 

 


Cartagena Abschied


 

Wir genießen die letzten Tage im lebhaften Centro Histórico. 

Bevor es zurück nach Berlin geht gönnen wir uns noch ein paar ruhige Tage in einem wunderschönen Heritage-Boutiquehotel. 

 


Das Land kämpft mit vielen Problemen und die politische Situation ist immer wieder fragil.

 

Dennoch drängen die Kolumbianer selbst darauf, dieses Land nicht immer nur auf seine negativen Aspekte zu reduzieren. 

 

Für die Kolumbianer bin ich durch meine Geburt in Bogotá eine Kolumbianerin.

 

Das hat mich geehrt und doch musste ich lachen, denn das bin ich natürlich nicht.

Mir hat diese Reise wieder einen weiteren wunderschönen Teil dieses reichen Land an Kultur, Musik, Natur beschert.

 

Muchas Gracias!

 

Si, si Colombia! Si, si, Caribe!

 


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Kommentare: 4
  • #1

    Knut (Dienstag, 05 Mai 2026 12:38)

    Wunderbar, liebe Gabi, dass du dir die Mühe gemacht hast, eure Reise so sorgfältig zu dokumentieren. So habe ich hier vollkommen überraschend selbst mit Betrachtung der Fotos und der Lektüre deiner Texte eine Reise nach Kolumbien unternehmen können, ohne mich aus Berlin wegzubewegen. Es hat sich gelohnt. Danke dafür.
    Liebe Grüße Knut

  • #2

    Monica (Mittwoch, 06 Mai 2026 08:29)

    Muchas graçias, señora!
    Es ist eine Freude, deinen Bericht zu lesen und deine Empathie zu spüren. Und deine Fotos sind fantastisch! Herzliche Grüße

  • #3

    Gabriele Loyda (Mittwoch, 06 Mai 2026 21:32)

    Hola guapa, einen beeindruckenden und umfangreichen Reisebericht mehr hast du wieder liebevoll zusammengestellt. Ich bin immer noch am Lesen und erfreue mich der schönen Fotos.

  • #4

    Jörg-Udo Vogt (Freitag, 15 Mai 2026)

    Vielen lieben Dank für den ausführlichen Reisebericht aus Kolumbien. Danke für die positive Bewrtung, also das macht Lust auf mehr. Leider sind wir schon bis Mitte 27 ausgebucht, aber danach sollte es was mit Kolumbien werden. Nochmals vielen Dank und liebe Grüße von Eva und mir.

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